Das Vogtland
eine reizvolle Region im Herzen Europas
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Das sächsische Vogtland
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Dieser
Teil des Vogtlandes gehörte seit 1569 endgültig zum
albertinischen Kurfürstentum Sachsen (ab 1806 Königreich, ab
1918 Freistaat). Heute heißt er Vogtlandkreis. Er führt als
einziger deutscher Landkreis ohne Großstadt einen
Einzelbuchstaben, das "V" auf den Kfz-Nummerschildern.
Sein Entstehen am 1. Januar 1996 verdankt der Vogtlandkreis -
historisch gesehen - einer früheren sächsischen
Verwaltungseinheit, dem "Voigländischen Creiss", der von 1602 bis
1835 bestand und seinen Bewohnern zu einer Vogtland-Identität
verholfen hat, die sich auch bei den jüngsten Kreisreformen gegen
den Widerstand des damaligen Landkreises Auerbach durchsetzte und damit
behaupten konnte. Ein Bürgerbegehren hatte zudem das Ziel, dieser
Region ein einheitliches Gesicht zu geben, denn so wie sie heute wieder
besteht, war sie bereits - wie vorstehend aufgeführt - über
die Jahrhunderte hin gewachsen.
Die
Region war ein Zentrum der Textilindustrie. In der Plauener Gardine mit
ihren Betrieben in Falkenstein (Falgard), Plauen (Plaugard) sowie bei
einer ganzen Reihe halbstaatlicher Betriebe und
Produktionsgenossenschaften (später in Volkseigene Betriebe
umgewandelt) war die gesamte Produktion von Gardinen (zunächst in
der sogenannten "englischen oder Bobinetweberei" und später auf
modernen Gardinenraschelmaschinen aus der Schweiz), von
Übergardinen und Dekorationsstoffen konzentriert. Ebenso erfolgte
hier die Gardinenkonfektion.
Die "Plauener Spitze" gelangte zu Weltruf als Ausdruck der
künstlerischen Leistungsfähigkeit der Vogtländer. Hier
hatten auch Webereien ihren Sitz (VOWETEX), die Stoffe für
technische Textilien (Isolierband, Gipsbinden usw.) herstellten.
Speziell im östlichen Vogtland war die Hemdenkonfektion
angesiedelt. Das Kabelwerk in Plauen stellte alle Kabelarten,
angefangen beim Kabel für den Fernsehempfang über
Telefonkabel bis zu Kabeln der Energieversorgung her. Die Plamag
entwickelte und fertigte Druckmaschinen. In einem Betrieb des VEB
Kombinat Robotron in Auerbach erfolgte die Herstellung von Tastaturen
für Datenverarbeitungsanlagen. Auch eine große Druckerei,
der Sachsendruck hatte hier seinen Sitz.
Die Gegend um Klingenthal, Zwota, Zwotental und Markneukirchen war und
ist gekenneichnet durch Wintersport (Vogtlandarena Klingenthal mit
Großschanze), die Herstellung von medizinischem Bedarf
(Injektionskanülen, Nähfaden für die Chirurgie) und den
berühmten Musikinstrumentenbau sowie die Musiklektronik
einschließlich der Forschungsinstitute. Dass diese Region zum
Musikwinkel wurde, verdankt sie böhmischen Exulanten, die aus den
angenzenden tschechischen Gebieten vor der Gegenreformation hieher
flohen und hier ihre neue Heimat fanden.
Hier befindet sich auch der vogtländische
Bäderwinkel. Auch heute können sich Bad Brambach und Bad
Elster, die ihre Enstehung dem Vorkommen Radonhaltiger Quellen
verdanken, gegenüber den tschechischen Bädern
MARIÁNSKÉ LÁZNĚ/Marienbad, FRANTIŠKOVÝ
LÁZNĚ/Franzensbad und KARLOVÝ LÁZNĚ/Karlsbad
noch behaupten. Ganz bedeutende Arbeitgeber in der Region waren die
Teppichfabriken sowie die Gardinenweber- und wirkereien im
Obervogtland, speziell im Raum Oelsnitz - Adorf und den umliegenden
Dörfern.
Lange Zeit war das sächsische Vogtland unrühmlich bekannt auf
Grund des Abbaus (Zobes) und der Aufbereitung (Lengenfeld) von Uran
für die sowjetische Atomwaffenindustrie.
Die Vogtländer waren schon immer ein aufgeweckter Menschenschlag.
Das zeigten auch die bereits Anfang Oktober 1989 nachweisbaren
politischen Aktivitäten. Hierzu schreibt John Connelly, USA, der
mehrere Wochen in Plauen zu den Problemen der politischen Wende
geforscht hat, in seinem Aufsatz: "Der Augenblick der Revolution:
Plauen/Vogtland, 7.Oktober 1989": "Plauen war die erste ostdeutsche
Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte; sie war die
einzige, in der der ostdeutsche Umbruch von Anfang an eine Sache der
Massen war."
Auch heute ist das sächsische Vogtland noch eine Region mit
vorzeigbaren wirtschaftlichen Wachstumsraten, die beispielhaft für
die neuen Bundesländer sind. Das betrifft sowohl Plauen
(Textilindustrie, Druckmaschinen, Autobusse u. a.) Oelsnitz,
Falkenstein, Auerbach und Treuen mit ihren neu entstandenen
Gewerbegebieten, wo für viele Vogtländern Arbeitsplätze
geschaffen und erhalten wurden.
Besondere Bedeutung hat hier neben dem
Wintersport selbstverständlich auch der Tourismus. Hervorzuheben
ist der botanische Garten und Klein-Vogtland mit seinen Miniaturbauten
sehenwerter vogtländischer Bauwerke.
Das Vogtland wird durchzogen von auch die
Grenze zu Tschechien und dem bayerischen Vogtland überschreitenden
Wanderwegen (Vogtland-Panorama-Wanderweg) und Radwegen. Demnächst
wird der Elsterradweg neu entstehen, auf dem es dann möglich sein
wird, das Vogtland von der Quelle der Weißen Elster in Tschechien
(Bílá Halštrová) bis nach Greiz mit dem Drahtesel
zu erkunden.
Im Vogtlandkreis leben auf einer Fläche
von über 1412 km² mehr als 257.000 Einwohner, wobei sie sich
auf einer Höhe von 300 bis knapp 1000 Meter NN angesiedelt haben.
Die Stadt Plauen (ehemals kreisfreie Stadt) hat wieder ihre
geschichtlich geprägte Funktion als politisches, wirtschaftliches
und kulturelles Zentrum des Vogtlandkreises übernommen.
Umfangreiche bauliche Aktivitäten lassen
auch Zug um Zug die noch vorhandenen Kriegslücken verschwinden.
Die Stadt hat ein neues modernes Gesicht. Eine dem Vogtland eigene
Kultur hat sich bis heute bewahrt und findet in Heimat- und
Trachtenvereinen ausgiebige Pflege dieser Traditionen.
Dass sich die Vogtländer nie als richtige Sachsen empfunden haben,
hat seine Ursache auch in den hier eigenen, aus den
bayerisch-fränkischen und egerländischen Wurzeln stammenden
Mundarten, die sich bis heute bewahrt haben.
Viele Orte bieten mannigfaltige Hinweise auf
breit gefächerte kulturelle Angebote und Sehenswürdigkeiten
unseres Vogtlandes. Die sächsischen Staatsbäder im
südlichsten Zipfel tragen ebenso, wie die Wintersportzentren um
Klingenthal, Schöneck, Erlbach und Mühlleiten zur
Vielfältigkeit dieser reizvollen Landschaft bei. Nicht vergessen
werden sollte auch Zwota mit seiner gepflegten Gastlichkeit.
(Wird weiter ergänzt. Bitte immer mal
wieder hereinschauen.)